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So herbstelt es ...
Der Sommer seine Pforten schloß,
bald ist im Wald nur grün das Moos
und all die treuen Tannen.
Das Gras wird braun, das Farnkraut sinkt,
der Vögel Sang nicht mehr erklingt -
sie zogen längst von dannen.
Es weht daher ein kühler Wind,
und graue Wolkenschwaden sind
meist vor den Sonnenstrahlen.
Auf dem gefallenen Laub ich seh'
schon Rauhreif, und dort auf der Höh'
ist sogar Schnee gefallen.
So herbstelt es nun Jahr für Jahr.
Auch immer lichter wird dein Haar
und tiefer deine Falten.
Und wähnst du auch noch jung zu sein,
es ist ein trügerischer Schein -
er wird nicht lange halten.
So herbstelt es - nimm's ruhig hin,
und denke stets mit frohem Sinn:
"unnütz ist meine Klage."
Zwar wundervoll die Blüte ist,
auch späte Frucht du gern genießt
und noch viel schöne Tage.
So herbstelt es - der Winter löst
den Herbst bald ab. Am Jahresrest
kann man dann Rückschau halten.
Wenn manches auch daneben ging,
das Leben bleibt ein köstlich Ding.
Glück auf, ihr lieben Alten!
Karl Tietz
Quelle: Allgemeiner Harz-Berg-Kalender für das Jahr 1972; S.88
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